Italien greift nach dem Gold der Bürger

Italien greift nach dem Gold der Bürger- 2

Italien plant eine Einmalabgabe auf privaten Goldbesitz. Dadurch würde das private Goldvermögen unter staatliche Überwachung gestellt werden.

Italien will seine Hand enger um den Goldbesitz der Bürger legen: Ein neuer Plan sieht vor, dass der private Goldbesitz faktisch unter staatliche Kontrolle gestellt wird. Das Goldvermögen der Italiener muss dann an Rom gemeldet werden – diese Zertifizierung wird dem Bürger auch einiges kosten.

Quelle: 28. November 2025 von Thomas Oysmüller

Der Plan sieht vor, dass die Bürger 12,5 Prozent vom aktuellen Wert des eigenen Golddepots zahlen müssen, um das Gold als legal und rechtlich ordnungsgemäß zertifizieren lassen zu können. Ihr Besitz war nie illegal; betroffen sind vor allem undokumentierte Goldbestände, etwa aus Familiennachlass. All das soll freiwillig passieren (zumindest vorerst) – der Staat bietet einen Anreiz.

Aktuell zahlt der Italiener beim Goldverkauf 26 Prozent des Gesamterlöses an Steuer an den Staat. Nur Frankreich ist hier noch heftiger besteuert. Wer sein Gold zertifizieren lässt, zahlt die 26 Prozent bei einem späteren Verkauf nur noch auf den tatsächlichen Gewinn (Verkaufspreis minus Kaufpreis), vorausgesetzt, der Kaufpreis kann nachgewiesen werden.

Italiener nutzen deshalb vermehrt den Schwarzmarkt, um mit Gold zu handeln. Die Regierung sieht verlorene Steuereinnahmen. Einigen Schätzungen zufolge beläuft sich der private Goldbesitz in Italien auf 4.500 bis 5.000 Tonnen, was bei den aktuellen Preisen einem Wert von rund 500 Milliarden Euro entspricht. Aufgrund des Booms am Goldmarkt ist der Verkauf zuletzt drastisch gestiegen, angetrieben durch Haushalte, die alten Schmuck und Münzen zu Geld machten, so das italienische Magazin Metropolitan.

Blackout News schreibt über die Pläne in  Rom, die auf heftige Kritik aus der Opposition stoßen:

„In Italien lagern seit Generationen Münzen, Barren und Schmuck im Privatbesitz. Familien übergaben diese Werte oft ohne Quittungen. Diese Tradition dient dem Staat nun als Begründung für eine „Modernisierung“. Doch tatsächlich entsteht eine Maßnahme, die private Vermögen tief in eine neue Aufsicht hineinzieht. Die Politik spricht von Ordnung, doch die Reform bringt vor allem fiskalischen Nutzen.

Viele Halter stehen nun vor einem Dilemma: Sie besitzen rechtmäßiges Eigentum, das allerdings ohne Belege schwer zu verkaufen ist, weil die 26-Prozent-Abgabe den Wert auffrisst. Nun verlangt der Staat Geld, um diese Hürde zu senken. Die Struktur ähnelt einem staatlichen Ablasshandel, bei dem Freiheiten verkauft werden, die zuvor selbstverständlich waren. Die neue Zertifizierung entsteht nicht aus einer realen Notwendigkeit, sondern aus einem strategischen Interesse an zusätzlichen Mitteln.“

Rom will, dass Bürger bis Juli 2026 Zeit haben, um ihr Edelmetall zu zertifizieren. Der Staat geht davon aus, dass aktuell nur 10 % des privat gehaltenen Anlagegoldes zertifiziert sind. Man schätzt eine zusätzliche Staatseinnahme von über 2 Milliarden Euro. Die Debatte läuft, doch die Regierung dürfte sich einig sein.

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