Parteitag der Grünen stimmt für ein Verbot von Homöopathie, Anthroposophie und vielen pflanzlichen Arzneimitteln: Grüne opfern „Globuli“ unter dem Druck der Anti-Homöopathie-Lobby
Quelle: Heilpraktiker-Newsblog.de, 01. Dezember 2025
Hannover, 28. November – Um 21:58 Uhr haben die Delegierten der Grünen auf ihrem Bundesparteitag einen Beschluss gefasst, der im Falle einer Regierungsbeteiligung der Partei den Zugang zu komplementärmedizinischen Leistungen für rund 30 Millionen Menschen in Deutschland erheblich beeinträchtigen könnte.
Mit deutlicher Mehrheit stimmten die Delegierten für den Antrag Nr. VR-02 des Bezirksverbandes Berlin-Tempelhof-Schöneberg, die Erstattung homöopathischer Behandlungen durch die gesetzlichen Krankenkassen zu beenden und den sogenannten Binnenkonsens zu „revidieren“ – also abzuschaffen. Die Abschaffung dieses Rechtsrahmens würde darauf hinauslaufen, dass Homöopathie, Anthroposophie und Teile der Phytotherapie nach einer erneuten Regierungsbeteiligung der Grünen nicht mehr als Arzneimittel anerkannt werden.
Der Binnenkonsens, der in den 1970er Jahren in das Arzneimittelgesetz aufgenommen wurde, ist die rechtliche Grundlage für die Anerkennung von besonderen Therapierichtungen wie Homöopathie, Anthroposophie und Pflanzenheilkunde. Ohne ihn würden diese Produkte ihren rechtlichen Status als Arzneimittel verlieren und aus den Apotheken verschwinden – rund 7.500 Komplementärarzneimittel, etwa 7,5 % aller apothekenpflichtigen Präparate, wären davon betroffen.
Video der Entscheidung
Eine Videoaufzeichnung des Parteitags, einschließlich der Abstimmung über den Tagesordnungspunkt VR-02, ist auf YouTube zu finden (von 5:37:20 bis 6:22:25). Die Aufzeichnung zeigt Verfahrensdebatten, einen abgelehnten Vorstandsantrag und dann die Schlussabstimmung, bei der der Berliner Anti-Homöopathie- und Anti-Anthroposophie-Antrag unter dem Beifall der Delegierten angenommen wird.
Wir brauchen Ihre Meinung
Wie beurteilen Sie die Entscheidung der Grünen Partei und was könnte die Homöopathie-Gemeinschaft anders oder besser machen? Als Experte können Sie Ihre Sichtweise mit allen teilen. Hier sind fünf Fragen, die Ihnen als Anregung für Ihren Kommentar dienen können: [Link](https://heilpraktiker-newsblog.de/2025/11/29/jetzt-ist-ihre-meinung-gefragt-wie-bewerten-sie-den-gruenen-beschluss-und-was-lernen-wir-gemeinsam-daraus/)
Analyse von Christian J. Becker, Redakteur von Homöopathiewatchblog.de
Zum ersten Mal in ihrer 45-jährigen Geschichte gehen die Grünen hart gegen die Homöopathie und ihre 30 Millionen Anwender in Deutschland vor. Der angenommene Antrag skizziert einen Fahrplan zur Demontage des grundlegenden rechtlichen Rahmens der homöopathischen Versorgung.
Nach dem angenommenen Text sind zwei Hauptmaßnahmen vorgesehen:
- Streichung der Homöopathie aus dem Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen.
- De facto Abschaffung des Binnenkonsens.
Obwohl es sich offiziell um eine „Überarbeitung“ handelt, würde die Aufhebung dieser gesetzlichen Bestimmung automatisch die Zulassung und den Apothekenstatus von homöopathischen, anthroposophischen und vielen pflanzlichen Präparaten aufheben – was im Wesentlichen ein Verbot von etwa 7.500 komplementären Arzneimitteln bedeuten würde.
Konsequenzen für Patienten, Praktiker und Hersteller
Betroffen wären Patienten, Ärzte, Naturheilkundler, Apotheker und Hersteller. Komplementärmedizinische Mittel, die neben der Schulmedizin weit verbreitet sind, wären in den Apotheken nicht mehr erhältlich und könnten auch nicht mehr legal verschrieben werden. Durch die Einfuhr solcher nicht zugelassener Produkte aus dem Ausland würden sich Ärzte und Heilpraktiker zudem einer persönlichen Haftung aussetzen.
Ohne den Binnenkonsens würden komplementäre Therapien auf unregulierte Märkte gedrängt, was die Qualitätskontrolle, die Sicherheit und die Transparenz untergraben würde.
Die Hersteller stünden vor der nahezu unlösbaren Aufgabe, neue Zulassungen nach den üblichen Arzneimittelvorschriften zu beantragen. Viele müssten die Produktion einstellen. Dies könnte dazu führen, dass 7.500 Mittel aus den Apotheken verschwinden. Allein in Baden-Württemberg beschäftigen 13 Unternehmen, die homöopathische und anthroposophische Arzneimittel herstellen, über 3.000 Mitarbeiter, die zusammen einen Umsatz von rund 550 Millionen Euro erwirtschaften – 7,5 % des Umsatzes der regionalen Pharmaindustrie.
Im Jahr 2024 wird der Gesamtmarkt für spezielle Therapien wie Homöopathie, Anthroposophie und Kräutermedizin um 5,9 % auf rund 2,5 Milliarden Euro Umsatz wachsen. Auf die Homöopathie entfielen 600 Millionen Euro bei der Selbstmedikation und 75 Millionen Euro bei den ärztlichen Verordnungen. Die öffentlichen Versicherer gaben 2021 rund 22 Millionen Euro für homöopathische und anthroposophische Mittel aus – nur 0,03 % ihrer gesamten Arzneimittelausgaben von 55 Milliarden Euro.
Politische Auswirkungen: Grüne verbünden sich mit der Anti-Homöopathie-Lobby
Die parteiinterne Debatte über die Homöopathie ist nun beigelegt. Die „Anti-Homöopathie“-Richtung dominiert, während die verbleibenden Befürworter an Einfluss verlieren. Das Grüne Netzwerk für evidenzbasierte Politik – eine interne Gruppe von Parlamentariern und Beamten – hat eine Schlüsselrolle bei der Gestaltung dieser Politik gespielt, unterstützt von Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens wie Natalie Grams. Ihre gemeinsame Agenda umfasst die Ablehnung der Homöopathie und die Bevorzugung von Gentechnologie und evidenzbasierten Reformen.

Sollten die Grünen erneut in die Regierung kommen – möglicherweise schon 2026, spätestens aber 2029 – ist zu erwarten, dass sie das neue Anti-Homöopathie-Programm Schritt für Schritt umsetzen. Auch ähnliche Anträge der SPD könnten nach dieser Entscheidung an Fahrt gewinnen.
Kommunikationsstrategie und interne Taktik
Kritiker behaupten, der offizielle Antrag der Parteiführung verwende absichtlich vage bürokratische Formulierungen wie „Überarbeitung des Binnenkonsens„, um die weitreichenden Auswirkungen zu verschleiern. Hinter dieser technischen Formulierung verbirgt sich die Abschaffung des rechtlichen Rahmens, der drei Therapiesystemen zugrunde liegt. Delegierte, die mit dem Arzneimittelrecht nicht vertraut sind, haben bei ihrer Abstimmung möglicherweise nicht die vollen Konsequenzen erkannt.
Zur Kontroverse trug bei, dass ein deutlicherer Änderungsantrag der Grünen-Politikerin Dorothea Kaufmann kurz vor dem Kongress zurückgezogen wurde. Ihre Version sprach offen das Ende des Apothekenstatus für Homöopathie und Anthroposophie aus – eine Direktheit, die die Führung möglicherweise vermeiden wollte, um den Widerstand zu minimieren.

Reaktionen aus der Homöopathie-Gemeinschaft
Trotz des Ergebnisses haben viele Anhänger der Homöopathie die Strategie erkannt und schnell mobilisiert. Der Fachverband Deutscher Heilpraktiker (FDH), Deutschlands größter Heilpraktikerverband, startete öffentliche Protestaktionen, während Medien wie Homoeopathiewatchblog.de und Heilpraktiker-Newsblog.de Praktiker und Patienten informierten und Materialien und Anleitungen für politisches Engagement bereitstellten.
Ausblick
Obwohl dies ein schwerer Rückschlag für die Befürworter der Komplementärmedizin ist, ist die Entscheidung noch nicht rechtskräftig. Die Homöopathie-Gemeinschaft ist weiterhin entschlossen, geschlossen und aktiv zu bleiben. Frühere politische Bestrebungen, wie das Anti-Homöopathie-Gesetz von Gesundheitsminister Karl Lauterbach, wurden letztlich abgelehnt – ein Zeichen dafür, dass die Zukunft der Homöopathie in Deutschland ungewiss bleibt.
Es gibt so viel, was uns die Natur geben kann:
- Karotten – Augen:
In Scheiben geschnitten ähneln Karotten dem menschlichen Auge. Manche glauben, dies spiegele ihren Nutzen für die Augengesundheit wider – und tatsächlich sind sie reich an Betacarotin, das der Körper in Vitamin A umwandelt, das für gutes Sehen unerlässlich ist. - Walnüsse – Gehirn:
Die Form der Walnuss ist dem Gehirn mit seinen Falten und zwei Halbkugeln sehr ähnlich. Walnüsse sind außerdem reich an Omega-3-Fettsäuren, die eine gesunde Gehirnfunktion unterstützen. - Tomate – Herz:
Eine aufgeschnittene Tomate sieht mit ihren vier Kammern wie ein Herz aus. Tomaten enthalten Lycopin, ein Antioxidans, das mit einem geringeren Risiko für Herzkrankheiten in Verbindung gebracht wird. - Weintrauben – Lunge:
Weintrauben, vor allem in Trauben, ähneln den Alveolen – den winzigen Luftsäcken in der Lunge. Sie enthalten Resveratrol, das helfen kann, Lungenentzündungen zu reduzieren und die Gesundheit der Atemwege zu unterstützen. - Ingwer – Magen:
Die Ingwerwurzel ähnelt dem Magen und wird seit langem zur Förderung der Verdauung, zur Linderung von Übelkeit und zur Behandlung von Magenbeschwerden verwendet. - Avocados – Gebärmutter:
Die Form einer Avocado ähnelt der Gebärmutter. Interessanterweise braucht eine Avocado etwa neun Monate, um reif zu werden. Sie ist reich an Folsäure, die für die reproduktive Gesundheit und die Entwicklung des Fötus wichtig ist. - Sellerie – Knochen:
Selleriestängel ähneln Knochen, und die Pflanze enthält Silizium, ein Element, das zur Molekularstruktur beiträgt, die den Knochen ihre Festigkeit verleiht. - Süßkartoffeln – Bauchspeicheldrüse:
Süßkartoffeln sehen aus wie die Bauchspeicheldrüse und sollen aufgrund ihres niedrigen glykämischen Index und ihres hohen Ballaststoffgehalts den Blutzuckerspiegel ausgleichen. - Kidneybohnen – Nieren:
Wie ihr Name schon sagt, ähneln Kidneybohnen den menschlichen Nieren und sollen die Nierenfunktion unterstützen. Sie sind reich an Ballaststoffen und Eiweiß und fördern die allgemeine Gesundheit und die der Nieren. - Pilze – Ähren:
Pilze, besonders wenn sie in Scheiben geschnitten sind, ähneln der Form eines Ohrs. Sie enthalten Vitamin D, das die Gesundheit der Knochen unterstützt, einschließlich der kleinen Knochen im Ohr, die das Hören ermöglichen. - Feigen – Hoden:
Feigen haben Ähnlichkeit mit männlichen Hoden und werden seit langem mit der männlichen Fruchtbarkeit in Verbindung gebracht. Sie sind reich an Mineralien wie Zink, die für die reproduktive Gesundheit wichtig sind. - Oliven – Eierstöcke:
Oliven sind in Form und Größe den Eierstöcken ähnlich. Sie enthalten gesunde Fette und Nährstoffe, die die reproduktive Gesundheit unterstützen können. - Bananen – Phallussymbol:
Aufgrund ihrer Form werden Bananen oft mit männlichen Genitalien in Verbindung gebracht. In einigen Kulturen symbolisieren sie Fruchtbarkeit und Vitalität. - Erdnüsse – Hoden:
Erdnüsse ähneln in ihrer Schale den Hoden und sind reich an gesunden Fetten und Proteinen, die zum allgemeinen und reproduktiven Wohlbefinden beitragen.





