Geo-Engineering über dem EU-Luftraum: Die Kommission hat die Kontrolle

Geo-Engineering über dem EU-Luftraum: Die Kommission hat die Kontrolle- 2

In einer parlamentarischen Anfrage hat die Bundesregierung bestätigt, dass die Europäische Kommission die Kontrolle und Verantwortung für Geoengineering oder Projekte wie Chemtrails innerhalb der EU hat. Die Mitgliedsstaaten sind außen vor.

EU-Projekte mit technologischen Eingriffen in Wetter und Klima laufen häufig über das Forschungsprogramm Horizon Europe. Diese Projekte finden nicht über den Himmel der Europäischen Kommission, sondern über den der Nationalstaaten statt. Dennoch entscheidet die Kommission über die Projekte.

Eine aktuelle Anfrage von AfD-Abgeordneten soll Klarheit schaffen: Wer entscheidet über die EU-Förderung von Geoengineering-Projekten, und wer haftet für Risiken? Die Kommission entscheidet, und dort werden „unabhängige Experten“ bewerten. Fühlen Sie sich sicher?

Die AfD-Abgeordnete Nicole Höchst fasst die Antwort auf ihre Anfrage wie folgt zusammen:

„Die Bundesregierung bestätigt in ihrer Antwort auf unsere kleine Anfrage, dass sie für EU-finanzierte Geo-Engineering-Projekte keine Kompetenzen, Prüfmechanismen oder Haftung hat. Reallabore, Eingriffe in die Wolkenbildung oder CO₂-Entfernung werden in Brüsseler Verantwortung durchgeführt – Deutschland zahlt ein, prüft aber nichts. Kein Vetorecht, keine Risikobewertung, keine Rechtsgrundlage. Wir fordern nationale Aufsicht, Transparenz und Haftung – bevor Experimente am Himmel stattfinden.“

Tatsächlich haben die nationalen Regierungen kein Vetorecht, sie nehmen lediglich an den Diskussionen über das Arbeitsprogramm teil und können z.B. über das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Luft- und Raumfahrt (BMFTR) die Antragsteller beraten. Die Entscheidungen werden in Brüssel getroffen.

Horizon Europe verfügt über ein Budget von rund 95 Milliarden Euro für den Zeitraum 2021-2027 und finanziert höchst umstrittene Geoengineering-Technologien. Dazu gehören Forschungen zur Kohlendioxidbeseitigung (CDR) und zum Management der Sonneneinstrahlung (SRM). Obwohl es noch keine direkte Anwendung gibt, sind die Vorbereitungen bereits weit fortgeschritten.

CDR umfasst Techniken wie Aufforstung oder Ozeandüngung, um CO₂ zu binden; SRM zielt auf Kühlung, zum Beispiel durch das Einbringen von Aerosolen in die Stratosphäre. In ihrer Antwort räumt die Regierung ein, dass es in Deutschland keine speziellen Regelungen für Reallabore gibt – Räume in der realen Welt, in denen innovative Technologien getestet werden. Die Kommission hat die Kontrolle, aber die Finanzierung muss mit den nationalen Verboten übereinstimmen.

Im Rahmen von Horizon Europe sind bereits konkrete Projekte angelaufen. Das Projekt GENIE(GeoEngineering and NegatIve Emissions pathways in Europe) untersucht die ökologischen, sozialen und ethischen Aspekte von CDR und SRM. Es läuft seit 2021 und wird von der EU mit Millionenbeträgen gefördert. Ähnliches gilt für das Projekt Co-CREATE, das Leitlinien für die SRM-Forschung entwickelt. EU-Wissenschaftler fordern mehr Forschung und schnellere Fortschritte, wie hier in Science Business zu lesen ist.

Die Kommission beabsichtigt, das Budget für Horizont Europa massiv zu erhöhen. Von 95 Milliarden im letzten Sechsjahresplan auf 175 Milliarden (!) für 2028-2034. Brüssel rechtfertigt dies wie folgt:

„Das Programm ermöglicht die Durchführung von wissenschaftlich orientierten ‚Moonshot‘-Projekten. Diese ‚Moonshot‘-Projekte sollen Europa in strategischen Bereichen als weltweit führend positionieren und Fortschritte in Bereichen wie der sauberen Luftfahrt, der Weltraumwirtschaft und der KI der nächsten Generation vorantreiben.“

Die mit diesen Technologien verbundenen Risiken sind enorm. SRM könnte den Wasserkreislauf stören, die Niederschläge verändern und die Ozonschicht abbauen, was zu dramatischen Klimaveränderungen führen würde. Einmal begonnen, gilt ein abrupter Stopp als höchst gefährlich und ungewiss. Darüber hinaus könnte SRM die Versauerung der Ozeane beschleunigen. Brüssel stellt eindeutig die Weichen zum Handeln – es soll nicht bei der Theorie bleiben, sondern die Technologie soll praktisch werden.

Die Bundesregierung sieht jedoch kein besonderes Risiko für Deutschland: „Die Bundesregierung hat keine Anhaltspunkte für eine besondere Beeinträchtigung oder Bedrohung der Sicherheitslage Deutschlands durch die Forschung zum Carbon Dioxide Removal (CDR) und Solar Radiation Management (SRM)“, heißt es in der Anfrage.

Originalquelle: tkp.at; Thomas Oysmüller, 29. Oktober 2025

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